Wie alles kam…

…im Detail

Schon seit 2015 versuchte unsere Kerngruppe, ein Grundstück zu finden. Wir wollten ein selbst gestaltetes, preisgünstiges Mehrgenerationenhaus bauen. Im Wettbewerb mit großen Bauträgern war das aber nicht möglich – die angefragten Grundstücke waren schlicht unbezahlbar.

Die Ausschreibung – unsere Chance

Dann kündigte die Stadt Leipzig im Frühjahr 2017 die Ausschreibung von Grundstücken für Baugruppen an – zu Erbpacht. Das war unsere Chance: eine Ausschreibung, in der es nicht um das höchste Gebot für das Grundstück, sondern um Konzepte für gemeinsames Wohnen gehen sollte. Die „Urgruppe“ suchte sich Mitstreiter und begann die konkrete Planung.

Mit der Ausschreibung von Grundstücken an Baugemeinschaften verfolgen die Stadt Leipzig und die LWB das Ziel, innovative Projekte des kooperativen und kostensparenden Bauens und Wohnens zu initiieren. … Die ausgeschriebenen Liegenschaften sollen an diejenigen Baugemeinschaften vergeben werden, welche mit ihren Konzepten den größten Beitrag zur Umsetzung der Zielstellung des wohnungspolitischen Konzeptes der Stadt Leipzig leisten.

Zitat Ausschreibung zu den Grundstücken Endersstraße und Klingenstraße 10

Unsere Baugruppe war eine von 6 Bewerber:innen auf die beiden ausgeschriebenen Grundstücke. Im Januar 2018 dann ein großes „Hurrah“ bei der „Klinge 10“ und uns – wir wurden als Preisträger des Wettbewerbs für kooperatives und bezahlbares Wohnen benannt. 

Wie es bei der „Klinge 10“ weiterging, könnt Ihr hier lesen:

https://klinge10.de/

Beide Baugruppen setzen auf vielfältige und variable Wohnangebote für ganz unterschiedliche Bedürfnisse und Lebenssituationen und legten wirtschaftlich plausible Planungen vor.

Zitat Pressemeldung Stadt Leipzig, 21.1.2018

Im gesamten Konzeptverfahren hat uns das Netzwerk LEIPZIGER FREIHEIT unterstützt – auch mit Beratungsleistungen von Experten. Viele Informationen zum Thema kooperatives Bauen und Wohnen findet Ihr hier:

https://www.netzwerk-leipziger-freiheit.de/

Aus 7 mach 13

In den kommenden Monaten wollten und mussten wir wachsen – von 7 Parteien auf 13. Sehr viele sympathische, enthusiastische und spannende Menschen meldeten sich – wir hatten leider gar nicht genug Platz in unserem Haus. Obwohl es mit 5 Etagen schon ziemlich groß ist. Wir wollten Familien mit Kindern, ältere Paare, Lebensgemeinschaften ohne Kinder und Senioren zusammenbringen. 

Als wir dann „komplett“ waren, konnten wir im Oktober 2018 den Erbpachtvertrag mit der LWB unterschreiben – für 99 Jahre. 

Wann geht’s endlich los?

Die gruppeninterne Abstimmung, Detailplanung und Sicherung der Finanzierung in einer großen Gruppe – hat viel Zeit gekostet. Aber wir hofften, 2019 mit dem Bau beginnen zu können. Immer wieder gab es Hürden – Genehmigungen, Verträge, Veränderungen in der Gruppe – Ende 2020 hatten wir dann endlich die Baugenehmigung. Seit Januar 2021 können wir bauen.

Der Anfang – leider auch ein Abschied

Auch zu unserem Kummer mussten wir die allermeisten Bäume auf dem Grundstück fällen, weil sie gerade dort wuchsen, wo der Baukörper des Hauses nach den Vorgaben der Stadt gebaut werden soll – in der Flucht der anderen Häuser der Endersstraße. Wir hätten uns sehr gewünscht, mehr vom Baumbestand erhalten zu können. Technisch war das aber nicht möglich.

Wir werden natürlich neue Bäume pflanzen und wollen nach der Bauphase einen naturnahen Garten als Gemeinschaftsfläche für alle Bewohner:innen anlegen. 

Im Frühjahr 2021 wird die Baugrube ausgehoben und der Rohbau beginnen. Die Bauzeit soll insgesamt anderthalb bis 2 Jahre dauern.